Landesregierung muss kommunale Handlungsfähigkeit in der Corona-Krise sicherstellen

Die GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss fordern von der Landesregierung finanzielle Unterstützung für die Kommunen zur Bewältigung der Corona-Krise. In diesem und im nächsten Jahr werden die Städte und die Gemeinden im Rhein-Kreis Neuss massive Einnahmeausfälle bei der Gewerbesteuer und – aufgrund zurückgehender Einnahmen bei den sogenannten Verbundsteuern – auch bei den Schlüsselzuweisungen verkraften müssen. Bislang hat die Landesregierung noch keine hinreichend konkreten Maßnahmen angekündigt, um den NRW-Kommunen in dieser schweren Zeit finanziell in ausreichendem Umfang unter die Arme zu greifen.

Hierzu erklärt der Kreisverbandssprecher Simon Rock:
„Die Gewerbesteuer ist die Haupteinnahmequelle der Städte und Gemeinden nicht nur im Rhein-Kreis Neuss, sondern auch in ganz Deutschland. Sollte hier auch nur ein Drittel der bisherigen Einnahmen wegbrechen, würde dies unweigerlich die meisten Kommunen in große Zahlungsschwierigkeiten bringen. Gleichzeitig wird momentan eine Vielzahl von erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus und zur Unterstützung der Gewerbetreibenden vor Ort in den Kommunen umgesetzt.

Das Land NRW kann es sich also weder aktuell noch in Zukunft leisten, die kommunale Ebene mit ihren Problemen allein zu lassen. Umso verwunderlicher ist es, dass die schwarz- gelbe Landesregierung bislang nur sehr zögerlich agiert.

Wir schließen uns daher der Forderung der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW nach einem Soforthilfe-Programm an. Dieses sieht unter anderem die sofortige Liquiditätssicherung der Kommunen und direkte Finanzhilfen zur Abfederung der Steuerausfälle vor. Auch die städtischen Unternehmen, die zum großen Teil Träger der Daseinsvorsorge sind, müssen an dem vom Land eingerichteten Sonderprogramm teilnehmen können. Und wir wollen, dass das Land die Kosten der Elternbeiträge für ausgefallene Betreuungszeiten in Kindertageseinrichtungen und Ganztagsbetreuung an Schulen vollständig übernimmt.“

Christian Gaumitz, Landratskandidat der GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss ergänzt:
„Die Corona-Krise führt uns allen vor Augen, wie wichtig handlungsfähige Kommunen sind. Deshalb dürfen die Bemühungen zur Verbesserung der kommunalen Finanzausstattung und zur endgültigen Lösung der Altschuldenproblematik nicht in den Hintergrund treten.
Damit unsere langjährigen Anstrengungen zur Konsolidierung der Haushalte nicht komplett umsonst waren, muss die Landesregierung jetzt endlich einen Altschuldenfonds auf den Weg bringen. Zudem muss die Erhöhung der Integrationsmittel für Geflüchtete von Schwarz-Gelb endlich umgesetzt werden.“

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