NRW-Landesregierung präzisiert die neuen Kitaregelungen im Kibiz

Rhein-Kreis Neuss. Mit den geplanten und angekündigten Änderungen des
Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) der Landesregierung stellt Nordrhein-Westfalen die Weichen für eine weitere Stärkung der frühkindlichen Bildung.

Insgesamt fließen dafür mehr als 420 Millionen Euro zusätzlich in das System. Für den Landtagsabgeordneten Simon Rock (GRÜNE) aus dem Rhein-Kreis Neuss ist das ein konsequenter Schritt: „Gute Kitas sind der Schlüssel für faire
Bildungschancen – unabhängig von Herkunft und Elternhaus.“

In den vergangenen Jahren sei es gelungen, das System der frühkindlichen Bildung in NRW deutlich auszubauen. Die Zahl der Kita-Plätze ist seit 2017 von rund 600.000 auf voraussichtlich 680.000 im kommenden Kita-Jahr gestiegen. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Beschäftigten in den Einrichtungen von rund 92.000 auf über 123.000
Fachkräfte. Auch die öffentliche Finanzierung wurde deutlich erhöht: Im
Landeshaushalt 2026 stehen 6,2 Milliarden Euro für Kitas und Kindertagespflege
bereit – rund 1,8 Milliarden Euro mehr als noch 2022.

Mit der aktuellen KiBiz-Weiterentwicklung sollen nun Qualität, Verlässlichkeit und Chancengerechtigkeit weiter gestärkt werden. Ein Schwerpunkt ist dabei die
Ausweitung der sogenannten Kernzeit. Künftig soll sie mindestens 35
Wochenstunden umfassen, bislang lag die Untergrenze bei 25 Stunden. Die
Verteilung bleibt dabei flexibel und kann von den Einrichtungen eigenständig
gestaltet werden. Ziel ist es, Personal besser einzusetzen und gleichzeitig die
Betreuung stabiler zu machen. Ergänzend soll der Einsatz von qualifizierten
Ergänzungskräften in Randzeiten erleichtert werden, während die durchgehende Anwesenheit pädagogischer Fachkräfte sichergestellt bleibt.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die Stärkung der Sprachbildung. Dafür stellt das
Land insgesamt über 50 Millionen Euro zusätzlich bereit. Davon profitieren
insbesondere plusKITAs, die Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf betreuen. Ihre Förderung wird deutlich erhöht, um zusätzliche Fachkraftstunden und besser
ausgestattete Teams zu ermöglichen. Auch die Fachberatung wird ausgebaut, um
die Einrichtungen gezielter zu unterstützen. Ergänzt wird das Paket durch digitale
Anwendungen zur Sprachstandserhebung sowie durch Sprachbildungskoffer, die
allen Kitas praxisnahe Materialien an die Hand geben.

„Sprache entscheidet am Ende über Bildungschancen. Deshalb ist es richtig, hier
früh und gezielt zu investieren“, so Rock.
Auch das Kita-Helfer-Programm wird ausgeweitet und verstetigt. Künftig können alle Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen unabhängig von Größe oder Träger eine
pauschale Förderung erhalten, um zusätzliche Helferinnen und Helfer einzustellen. Dafür stellt das Land weitere rund 37 Millionen Euro bereit. Ziel ist es, pädagogische Fachkräfte im Alltag spürbar zu entlasten und die Einrichtungen organisatorisch zu stärken.
Darüber hinaus werden die Regelungen zu Gruppengrößen angepasst.
Grundsätzlich sollen bestehende Standards eingehalten werden, gleichzeitig wird für kurzfristige Ausnahmesituationen eine zeitlich begrenzte Flexibilität geschaffen, etwa um krankheitsbedingte Ausfälle abzufedern. Damit soll verhindert werden, dass
Gruppen kurzfristig schließen müssen und Betreuung ausfällt.
Auch bei der Fachkräftegewinnung setzt das Land zusätzliche Impulse. Die Mittel für Ausbildung und Praxisanleitung werden deutlich erhöht und steigen auf insgesamt
rund 68 Millionen Euro jährlich. Einrichtungen erhalten höhere Pauschalen, um
Auszubildende besser begleiten zu können und die Praxisanleitung im Alltag zu
stärken.
Insgesamt sieht Rock in der Reform einen wichtigen Schritt hin zu mehr Stabilität im System: „Wir investieren nicht nur in Gebäude und Strukturen, sondern vor allem in die Entwicklung unserer Kinder.“
Mit der KiBiz-Weiterentwicklung und den angekündigten Änderungen setzt das Land NRW damit auf mehr Verlässlichkeit im Alltag, bessere Rahmenbedingungen für
Fachkräfte und mehr Chancen für Kinder – unabhängig von ihrer Lebenslage.